Conny und Klaus auf Reisen
Conny und Klaus auf Reisen

von Südamerika ins Mittelmeer

Teil 5: Agadir, Malaga, Marseille - also der Rest der Reise

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Samstag 13. April - Agadir / Marokko / Afrika

 

Hat das heute Nacht geschaukelt. Wir mussten uns ja fast an den Betten festschnallen. Aber trotzdem erreichen wir pünktlich um 6:30 in der Morgendämmerung den Hafen von Agadir. Von der Stadt werden wir nur recht wenig sehen, uns zieht es ins Atlas Gebirge und dort nach Tafraout. Es wird ein langer, ein sehr langer Tag werden.

Kaum sind wir den Vororten von Agadir "entfahren", reisen wir durch eine trockene halbwüstenähnliche Landschaft. Eigentlich ist das hier die Gemüsekammer des Landes, aber seit 3 Jahren fehlt der große Regen. Viele Felder sind aufgegeben, andere werden mit den sinkenden Grundwasservorräten unter Plastikplanen mühsam beackert. Tagelöhner warten an Haltepunkten auf die wenige Arbeit. Nicht schön das Ganze zu sehen, das sind schon sehr arme Familien die hier in Not leben müssen.

Nach einer Weile geht es zügig und auf teils sehr schmalen und rustikalen Pisten bergauf. Steinige Hänge mit Olivenbäumen und Kakteen säumen den Weg. Ganz selten ein Dorf und Menschen. die Sonne brennt vom Himmel. Fast wie eine Fata Morgana taucht plätzlich ein Stausee (oder was davon noch übrig ist) vor uns auf.

Kurzer Halt dann um einen besseren Eindruck von der Landschaft zu bekommen. Obstbäume deren Namen wir vergessen haben stehen auf der steinigen Erde, Ziegen und Schafe sind im Gelände zu sehen. Und weiter geht die Fahrt mit dem Bus.

Ganz schön imposant ist die alte Festung (Name vergessen) die wie ein Kegel aus der Landschaft ragt. Das interessiert mich eigentlich brennend hier kurz durch zu laufen, aber der Reiseplan lässt das nicht zu. Schade.

Irgendwann erreichen wir den höchsten Punkt unserer Tour den Pass hoch auf 1.654,48 m Höhe. Sehr beeindruckend die Aussicht in die schroffe Berglandschaft mit wenigen kleinen versteckten Dörfern. Gebirgswüste im westlichen Atlas Gebirge.

Bio - Pause meint unser einheimischer Reiseleiter und schon halten wir an einem kleinen Restaurant? oder so. Hier in diesem Dorf ist alles sehr ursprünglich und so komplett eine andere Welt. Die wenigen Einheimischen die wir sehen sind nett und freundlich, leider verstehen wir kein Wort.

Nach etwa 4 Stunden Fahrt erreichen wir dann die Wüstenstadt Tafraout. Bekannt durch seine seltsamen Felsformationen. Und die sind wirklich sehenswert. Wahrzeichen ist hier der sogenannte "Napoleonshut" - ein Felsmonument das mit viel Phantasie auch so ausschaut.

Hier kraxele ich dann doch ein wenig in der Hitze über die Geröllhalden und fotografiere das seltsame Gelände aus einigen Perspektiven. Wo sieht man denn solch seltsame Landschaften sonst.

Die Phoenix Zeit- Planung ist wie immer erfahren und ausgeklügelt ;-) jetzt geht es in ein Hotel zum Mittagessen. Und das Gute daran: es gibt marokkanische Küche. Lange gegartes, intensiv gewürztes Hünchenflcisch, äußerst wohlschmeckende Kartoffeln und seltsam duftendes Gemüse. Dazu wunderbar passen frische heiße Datteln. Das gefällt uns sehr, vor allem da uns dazu ein kühles einheimisches Bier gereicht wird.

 

Dann geht die Fahrt aus etwas südlicher Route wieder zurück Richtung Atlantik. Wir befahren abenteuerliche schmale Sträßchen mit gewaltig steilen Abhängen. Unklar wie der Fahrer mit dem großen Bus hier klarkommt. Hoffentlich halten die Bremsen.

Aber schön wild ist es hier oben. Diese doch recht lange Sightseeng Fahrt lohnt sich, wir erhalten beim Blick auf den Fenstern ständig neue Eindrüke vom Gebirge und den ärmlichen Dörfern. Das ist ein hartes Leben hier für die Einheimischen, besonders wenn wie jetzt die Regenfälle ausbleiben und das Land komplett verdorrt.

Nach gut zwei Stunden erreichen wir die Stadt Tiznit, wo wir laut Plan einen "Silbermarkt" besuchen sollen. Dieser entpuppt sich als heruntergekommene Verkaufskaschemme und wir verlassen die Gruppe um den Ort auf eigene Faust zu erkunden.

Ganz schön mutig, wie wir später feststellen werden. Wir kennen das so ja nicht. Hier ist ein emsiges Gewusel und Durcheinander, nicht nur auf den Straßen, auch auf "Bürgersteigen" und in den Geschäften. Die Gassen stehen voller Dreck und Unrat, allerlei Lebensmittel, Kram und Amphoren werden feilgeboten. Sehr arabisch und exotisch wie auch auf den folgenden Bildern erkennbar.

Ganz besonders abenteuerlich gestaltet sich die Suche nach einer Toilette. Öffentliche gibt es hier anscheinend nicht und in den Geschäften haben wir mit unserer Frage keinen Erfolg, entweder wollen die uns nicht lassen oder nicht verstehen.

In einer Kneipe gelingt es mit mit entsprechend Bakschisch doch die Erlaubnis zur Benutzung des Örtchens zu erhalten - wir müssen beide recht dringend. Hockklossett haben wir erwarten. Und ach du heiliger Bimbam, aber so zugesch..... nun doch nicht. Ich habe da ja fast kein Problem in der Kammer, aber die arme Conny .........

Na ja, muss wohl man alles mal erlebt haben um mitreden zu können. Wahrscheinlich sind wir durch unsere deutsche Luxusblase zu verwöhnt.

Was hier noch auffällt: die Stadt ist voller schwarzafrikanischer Flüchtlinge die irgendwie versuchen bis ans Mittelmeer zu kommen und außerhalb der Stadtmauer in Verschlägen hausen.

So, wird Zeit zum Bus zu gehen - unterwegs trefen wir noch Reiseleiterin Elke die wir dann das Stück begleiten.

Mit schöner Verspätung geht die Reise zurück nach Agadir, und dort sind die Straßen aber mal so richtig zugestaut. Klasse - wir kommen kaum voran. Wir uns Elke mitteilt (die hat Kontakt zum Schiff) sind die Ausflüge aus Marakesch obwohl länger geplant schon zurück. Irgendwann erreichen auch wir den Hafen und werden von zahlreichen neugierigen Mitreisenden an der Rehling mit Applaus empfangen. Wir sind kaum die Gangway hoch legt die Artania ab. Nächster Halt: Europa.

Sonntag 14. April - Seetag

 

Seetag wir immer, keine besonderen Vorkommnisse. Außer nach Einbruch der Dunkelheit. Da passieren wir die Straße von Gibraltar. Eigentlich schade, dass es so dunkel ist - wir können kaum was erkennen. Irgendwo im Süden die Lichter von Tanger. Sonst nix.

Montag 15. April - Malaga / Spanien

Artania Heckansicht im Hafen von Malaga

Die "alte Welt" hat uns wieder. Überpünktlich legt Kapitän Morten Hansen die Artania an die Pier von Malaga und wir haben einige Stunden Zeit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, die organisierten Touren versprechen uns keinen Vorteil.

Woran merkt man als Erstes wieder in Europa zu sein? Die Handys loggen sich ein und es bimmt am laufenden Band. Viele "neue" Nachrichten. Wir warten bis die Ausflügler ausgeflogen sind und spazieren Richtung Zentrum. Vorbei geht es an der schönen Uferpromenade und einem Fünf Sterne plus Kreuzfahrtschiff, der nagelneuen "Le Bouganville" der Reederei Ponant.

Also ehrlich: Malaga hat uns total überrascht. Eine extrem hübsche, saubere und auch geschichtlich interessante Stadt in toller Lage. Das hatten wir die ganzen Jahre überhaupt nicht auf dem Schirm. Eine absolute Empfehlung. Wir werden sicherlich wenn es die Zeit erlaubt für ein verlängertes Wochenende hierher zurück kommen.

Viele der Gässchen und Straßen sind heute mit Tribunen "verbaut", der Grund ist die bevorstehende Prozession zum Ostermontag. Dann werden abertausende Touristen hier im Ort erwartet. Wir erfreuen uns an den zahlreichen Geschäften und dem was dort angeboten wird. Für mehr als einen ersten Eindruck reicht die Zeit aber nicht. Schon bald geht es zurück zum Anleger - nicht ohne vorher noch 1-2 einheimische Biere verköstigt zu haben.

Das waren ein paar angenehm schöne Stunden hier. Sehr gut gefallen hat uns auch die lange und gut mit Geschäften und Lokalitäten ausgestattete Uferpromenade. Alles sehr sauber, und alle etwa 300 m eine öffentliche Toilettenanlage in top Zustand. So wünschen wir uns das an manch anderen Orten in Deutschland auch.

Dann heiße es "Leinen los" und wir starten das letzte Ablegemanöver - wie immer dann mit leichtem Wehmut im Herzen.

Dienstag 16. April - Seetag

 

Also Ablauf wie immer. Fast wie immer. Wir befördern ja schon seit unerer Einschiffung eine von Phoenix geschenkte Flasche Sekt in unserer Minibar über die Weltmeere. Und wi es mitlerweile der Brauch ist, wird die am letzten Seetag geköpft. Hierzu begeben wir uns natürlich in "Harrys Bar", lassen uns einen Sektkübel mit zwei Gläsern bringen und starten die Zeremonie.

Danach erscheinen wir recht bescwingt zum Mittagsmahl im Artania Restaurand. Am Abend dann bei kühler Witterung ein letzter Besuch in der Phoenix Bar und ein letzter Aperol Spritz. Die waren wirklich schnell vorbei die vier Wochen auf der Artania.

Mittwoch 17. April - Marseille / Frankreich

 

Aus die Maus. Wir haben fertig. Früh wird im Hafen von Marseille angelegt, und früh müssen wir auch von Bord. Die "große Amerika Rundreise" von der wir den letzten Abschnitt mitgemacht haben endet hier. Alle von Bord, und alles muss für die neuen Gäste vorbereitet werden.

Die Trauer einiger Mitreisender über das Ende der Kreuzfahrt teilen wir nicht - in etwa 9 Monaten kommen wir ja bereits wieder an Bord.

Der Rückflug von mit der Condor nach Frankfurt ist erst für den späten Nachmittag angesetzt ud wir nutzen das Angebot von Poenix zu einem Ausflug nach Aix en Provence. Eine gute Entscheidung wie sich herausstellt. Schönes Städtchen mit viel Charme und toller Architektur. Leider müssen wir auch hier viel zu früh wieder los. Kommt auf die Bucket List.

Der Rest ist schnell erzählt: Flugzeug kommt zu spät an. Boarding natürlich auch verspätet. Besatzung merkt auf dem Taxiway dass zu wenig Sprit - es wird nachgetankt. Flug weiter verspätet. Natürich ist auch die Ankunft in Frankfurt verspätet und es beginnt eine elende Rennerei von Terminal 2 in Terminal 1. Wann lernt es Phoenix Reisen endlich einmal hier auf bessere Anschlüsse zu achten. Das ist ja nicht das Erste mal dass wir und die gebrechlichen Mitreisenden so durch die Flure gejagt werden.

Die Maschine der Lufthansa nach Berlin erwichen wir dann doch noch, leider nicht alle Mitreisenden. Rechtschaffen müde kommen wir in Berlin an und Connys Schwester erwartet uns am Terminal und bringt uns nach Hause.

Eine tolle und sehr erlebnissreiche Reise ist zu Ende. Fast alles hat gut bis sehr gut geklappt, und von den kleinen Unzulänglichkeiten abgesehen hat Phoenix wieder einen tollen Job gemacht. Es wird lange dauern die Eindrücke zu verarbeiten - besonders für Video und Webseite. Noch lange werden wir davon erzählen.

 

Schaut bei Interesse auch die Videos dazu an: Videothek

 

Uns bleibt nur zu sagen: Danke fürs Lesen - vielleicht hat es euch ja ein wenig animiert auch einmal die weite Welt zu erkuden. Wir werden das auf jeden Fall tun und auf dieser Seite dann davon berichten. Geplant und gebucht sind zur Zeit: Bali, danach die Inselwelt des Indischen Ozean bis nach Singapur sowie 2021 Südafrika/Namibia/Angola/Principe/Gambia/Senegal.

Bis dahin: bleibt gesund und neugierig. Conny&Klaus

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© Klaus Loth