Conny und Klaus auf Reisen
Conny und Klaus auf Reisen

Von Südamerika ins Mittelmeer

Teil 2: Rio de Janeiro

Freitag 29. März

Es ist früh am Morgen. Kurz nach Sieben. ich bekomme das Gähnen kaum aus dem Gesicht. Mist. Aber wir müssen raus. Der Himmel ist wolkenverhangen. Es ist schwülwarm. Wir stehen schon auf dem Deck. Die MS Artania steuert das Highlight der Reise an. Rio de Janeiro. Und ich verschlafene Triefnase glotze vor lauter Begeisterung nur auf die Strände und die sich nähernde Stadt. Nur ein einziges Foto wird geschossen, Leider. Der geneigte Leser möge es mir verzeihen, aber wir sind ja fast zwei Tage hier im Hafen und werden auf den Landgängen reichlich Fotomaterial nachliefern.

Ein schnelles Frühstück haben wir schon kurz nach sechs zu uns genommen, und nun warten wir ungeduldig auf die Freigabe der Behörden, auf dass wir zügig vom Schiff kommen. Die Einwanderungsarbeit wurde ja bereits im Hafen von Rio Grande do Sul erledigt.

Vor der Atlantik Longue stauen sich die Ausflügler um auf die Touren verteilt zu werden, ziemliches Chaos. Das haben wir uns aber erspart – wir haben uns für unseren Aufenthalt eine private Führung organisiert und schon vor Monaten gebucht. Marion und Udo betreiben hier in der Stadt ihre kleine Agentur „Rio extra Tours“ und veranstalten Führungen, Begleitungen, Events u.s.w.. Beide sind heute für Gäste des Schiffes im Einsatz, Marion mit einen anderen Paar und wir werden von Udo unter die Fittiche genommen.

Gleich nach Verlassen des Hafengebäudes treffen wir die beiden sympathischen Menschen direkt am Ausgang, und los geht es. Den vorgesehenen Ablauf müssen wir ein wetterbedingt etwas verändern. Der Corcovado mit dem Jesus wird heute voraussichtlich meist im den Wolken sein – der Besuch dort wird also wie ein weiterer Teil unseres Programmes auf morgen verschoben. Das ist das Gute daran, wenn man wie wir hier private Ausflüge bucht, dann ist man einfach erheblich flexibler.

Zuckerhut lautet also nun das erste Ziel, und das möglichst bevor die ganzen Bagage vom Schiff dort einschlägt. Udo hat aber aufgrund seiner Routine die Ruhe weg, nur keine Hektik. Vorbei an einem abgewrackten Lagergebäude marschieren wir zu seinem auch leicht abgewrackten Auto "das klaut hier keiner" und los geht es durch die Stadt. Am Fuße des Zuckerhutes sehen wir die „Escola Superior de Guerra“, ein Bau noch aus Zeiten als die Portugiesen hier die Herren waren und ihren Marinestützpunkt hatten. Heutzutage studieren die angehenden Offiziere der brasilianischen Seestreitkräfte in diesen alten Mauern. Fotoverbot. Am direkt angrenzenden schönen kleinen Strand „Praia de Fora - Fortaleza de São João“ dürfen wir aber fotografieren – also hier dann die ersten Fotos von Land. Es regnet.

Genug, jetzt wollen wir hoch auf diesen seltsamen Berg. Das geht natürlich am Einfachsten mit der aus dem James Bond Film "Moonraker" bestens bekannten Seilbahn. Vom "Beißer" der das Seil mit den Zähnen kappt ist zum Glück nichts zu sehen, dann sollte die Fahrt ja gefahrlos möglich sein. Schnell sind wir an der Talstation der "Teleferico Pao de Acucar", besorgen uns die Tickets und schon geht es los. "Pao de Acucar" ist übrigens die korrekte brasilianische Bezeichnung für den Zuckerhut.

Hinauf geht es mit der Seilbahn, zunächst einmal zur Zwischenstation auf einem Hügel in halber Strecke, vermutlich um der Höhenkrankheit vorzubeugen ;-)  Schon auf den ersten Metern ergibt sich für uns ein toller Ausblick auf die Landschaft und die Strände. Es regnet leicht, die Bäume an den Hängen dampfen in der schwülen Luft.  Aber das verdrießt uns überhaupt nicht, zu begeistert sind wir hier zu sein wir genießen die Fahrt. Die paar Tropfen halten uns nicht auf, und trüben unsere gute Laune keinesfalls.

Es ergeben sich schon hier auf dem unteren Teil unglaubliche Ausblicke auf die schroffen Inseln und Berge sowie auf die dazwischen gebaute Stadt. Das Farbenspiel der Häuser, des vielen Grüns, des blaugrauen Himmels und der Strände mit der schäumenden weißen Gischt sind schon toll.

Kaum ausgestiegen sind wir gleich am Schauen - ein toller Rundumblick bereits von hier. Interessant die Erklärungen von Udo zum Bau der Bahn, die erste Version wurde von der Firma Pohlig aus Köln gebaut. (Meine saarländische Verwandtschaft kennt das Firmankonglomerat noch als "Heckel" PHB in Rohrbach) Wir benutzen die dritten Ausbaustufe der beliebten Kabinenbahn.

Schon hier auf der "halben Strecke" eine faszinierende Sicht auf den Stadtteil "Botafogo" und den dazugehörigen tollen Strand. Interessant wie viele private Boote hier in der Bucht liegen - das scheint ein relativ reiches Viertel zu sein.

Für mich als Flugzeug- Nerd ist das hier oben fast wie im Paradies. der Blick auf den Inlandsflughafen von Rio de Janeiro. Dieser liegt auf einer aufgeschütteten Halbinsel im Meer und wird mit seinen kurzen Landebahnen mit späktakulären Flugmanövern über die Hügel und Hochhäuser angeflogen. Von oben werde ich dann nachher ein tolles kurzes Video drehen. (Hier klicken)

Genug geguckt, jetzt wollen wir aber wirklich ganz da oben hinauf. Es tropft noch leicht, die umliegenden Berge sind in Wolkenschwaden gehüllt, die Luft ist diesig und die Schwüle extrem. Genau das richtige Wetter für nordeuropäische Touristen. Die zweite Etappe auf die Spitze des "Zuckerhutes" wird genommen, und oh Wunder - der Regen hört auf, wir können von hier oben weit in die Stadt und die steilen Berge schauen.

Das muss man einfach mel gesehen haben. Klasse. Unter uns liegen die Stadtteile von Rio de Janeiro, der Blick geht über viele tolle Strände, direkt hinter uns liegt die Copacabana und die Bucht dahinter ist schon der Ipanema Strand. Selbst der Corcovado mit dem Christo ist zu sehen. Wir sind beide sehr begeistert und froh hier zu stehen, machen viele Fotos und ich natürlich noch kurze Videos von den Landeanflügen. In der ruhigen Stimmung hier oben schauen wir versonnen durch die Gegend, bis wie befürchtet der Schwarm der Phoenix Rentner mit ihren Betreuern an der Bergstation angekommen ist. Nun wird es laut und hektisch, nichts wie weg hier, es gibt noch Einiges zu sehen in Rio.

Auf der Zwischenstation zeigt uns Udo noch einen tollen (Um-) Weg durch ein kleines geschütztes Naturgebiet, alles dicht zugewachsen, dazwischen zahlreiche Vögel und Affen. Hätten wir hier an der Touristestrecke so gar nicht erwartet, außer uns keine weiteren Gäste - die kennen diesen Weg halt nicht.

Die Fahrt hinunter gefällt uns mindestens genauso wie die hinauf. Auf der letzten Etappe begleitet uns eine Gruppe Touristen - gut gelaunte Frauen aus "irgendwo in Afrika" (unser Tourguide Udo vermutet Angola oder Mosambique weil die portugiesisch sprechen) singen in der Bahnkabine was das Zeug hällt. Die übrigen Fahrgäste und wir sind total begeistert. Schön.

Nächster Stop: Copacabana. und hier zunächst der Teil, der an die steile Bergwand anschließt. Oberhalb der Brandungszone läuft ein schmaler Pfad an den Felsen lang und Angler versuchen hier ihr karges Mittagsmahl aufzubessern. Der Fang ist aber recht bescheiden.

Copacabana, jeder denkt dabei sofort an den fast vier Kilometer langen Sandstrand, aber Copacabana ist ein Stadtteil von Rio mit etwa 145.000 Einwohnern, der lange Strand ist nach dem Stadtteil benannt. Klar wollen wir an den Strand. Es erstaunt uns, welch mächtige Wellen hier auflaufen, zahlreiche Surfer gehen hier ihrem Hobby nach. Der Strand ist unglaublich breit, und heute vormittag aber wenig besucht, wohl dem Wetter geschuldet. Nun ja, wir sind also hier, aber so toll wie in unseren Vorstellungen ist es nicht. Strand vor Hochhäusern halt. Sicher ist hier im Sommer wenn voll ist und die schönen Männer und Frauen hier sind eine bessere Stimmung. Wir schlendern noch etwas die Strandpromenade entlang und dann geht es auf zum nächsten "must see"

Ipanema. Auch das ist eigentlich ein Stadtteil von Rio, von dem hauptsächlich der Strand bekannt ist. In einem langen Tunnel durchqueren wir die Hügelkette zwischen den beiden Ortsteilen und sind auch gleich dort. Es ist hier etwas wohlhabender alles, die Häuser sind niedriger, die Straßen sauberer und die Geschäfte teurer.

Udo fährt und den Strand entlang ans andere Ende, wo wir an einer Bude anhalten und etwas Essen und Trinken. Uns gefällt es, einfach da zu sitzen wo die Einheimischen auch sitzen und nicht unten an den Strandbars. Wir schauen uns das Treiben von Ipanema an, und staunen darüber, wir direkt die Übergänge von einem recht wohlhabenden Stadtteil zur angrenzenden Favela sind. Direkt nach dem Sheraton Grand Hotel beginnt die Favela "Vidigal".

Abgehakt, nächster Programmpunkt. Das geht heute Schlag auf Schlag, fast wie auf Arbeit. Aber wenn man etwas mehr sehen möchte von Rio de Janeiro dann muss man auch ein wenig Urlaubsstreß in Kauf nehmen. Ist halt so. Wir fahren nun quer durch die Stadt Richtung "Sambadrome". Ich weiß, Fasching ist vorbei. Aber wenn wir schon mal hier sind würden wir auch gerne den Schauplatz des Karnevals mit eigenen Augen sehen. Es geht über teilweise breite Prachtstraßen durch das Zentrum vorbei auch an der Kirche von Kandelaria.

Die Fahrt durch das Verkehrsgewusel ist schon spannend, und wir sind froh, dass wir nicht selber fahren müssen, sonderm mit Udo einen gewieften einheimischen Fahrer haben. Fußball geht bei mir auch in Rio immer, und da lohnt natürlich ein kleiner Abstecher vom Weg hinüber zum Maracana Stadion. Ihr wisst schon: das ist dort wo wir die Brasilianer 7:1 weggefagt hatten und wenig später Weltmeister wurden. Die Fotos "Stadion von oben" sind zugegebenrermaßen vom Folgetag ;-)

Für ein paar wenige Reals gelingt es sogar ein Foto vor dem Stadion mit dem Weltpokal und einem Verwandten von Pele zu machen. Spaß. Der nette Herr verdienst sich mit dem Posen vor der Arena natürlich seinen Lebensunterhalt.

Das Sambadrom ohne Karneval und Zuschauer sieht bei Tage aus wie die Start- Zielgerade einer Formel 1 Strecke. Der Karneval von Rio war vor 2 Wochen, und die Arbeiten zum Rückbau der Absperrungen sind noch im Gange. Überraschend groß ist das alles hier, fast 1,5 km lang ist die Strecke auf der die Wagen, Tänzer und Musikguppen der Sambaschulen feiern und ihren Wettbewerb der besten Schule austragen.

Schnell noch ein Foto mit einer braunen Sambaschönheit gemacht (kostet natürlich wieder ein paar Real) und auf zur Überraschung die sich Udo ausgedacht hat. Wir fahren hinüber auf das Gelände mit den großen Hallen in denen die Sambaschulen ihre Prunkwagen bauen.

Und Wahnsinn - wir kommen dank Udo's freundlicher Hartnäckigkeit wirklich hinein in die heiligen Hallen. Faszinierend mit welcher Akribie und Kunstfertigkeit diese rießigen Wagen gebaut werden. Ein schönes Erlebnis, dass wir hier mal einen seltenen Blick hinter die Kulissen werfen können.

Die Zeit vergeht heute für uns wie im Fluge, nicht zu fassen - es ist schon Nachmittag. Das Wetter ist mitlerweile prächtig, also die Sonne scheint und die Temperatur steigt deutlich an. Ist uns dann auch wieder nicht so ganz recht. Schlimm :-)

Aber so langsam sind die vereinbarten Ausflugsstunden für heute aufgebraucht und wir machen uns auf den Weg zurück zum Schiff. Auf dem Rückweg bleibt noch Zeit das wirklich sehenswerte Nonnenkloster "Nossa Senhora do Monserrate do Rio de Janeiro" zu besuchen und den kunstvoll geschmückten Innenraum zu bewundern. Das Kloster liegt auf einem kleinen Hügel von wo aus wir auch gut hinüber auf das futuristische "Museu do Amanhã" also Zukunftsmuseeum und  den Liegeplatz der Artania blicken können. Das war für heute volles Programm. Wir sind ein wenig müde und freuen uns auf eine erfrischende Dusche und den morgigen Tag mit noch mehr "Rio".

Samstag 30. März

Guten Morgen Rio. Heute ist Kaiserwetter. So hatten wir und das gestern gedacht, als wir die Terminplanung wetterbedingt ein wenig geändert haben. Heute lacht die Sonne und wir freuen uns auf die Zeit bis Mittag wo wir leider wieder ablegen werden.

Frühes Frühstück ist angesagt, denn Udo erwartet uns  um 8:00 Uhr wieder am Eingang zum Hafenterminal. Heute wollen wir hoch hinauf, also auf den Corcovado. Das ist der Berg auf dem der große Kerl mit den ausgestreckten Armen steht. Neben dem Zuckerhut wohl die bekannteste Attraktion der Stadt - was schreibe ich, des Landes, oder noch besser des Kontinents :-)

Udo ist genau wie wir sehr pünktlich, und los geht es durch die rießige Stadt Richtung Nordwesten. So ein ganz klein wenig beeilen wollen wir uns schon, denn in 30 Minuten starten die wilden Horden vom Schiff, und die Hälfte wird das gleiche Ziel haben.

Überraschend schnell sind wir aus dem Zentrum raus und so langsam geht es höher. Die breiten Straßen haben schnell ein Ende und es geht auf einer schmalen Landstraße durch die Ausläufer von Rio immer höher. Auf einzelnen Abschnitten sind noch Gleise der Straßenbahn zu sehen, die hier aber schon einige Jahre nicht mehr eingesetzt wird. Auf der Rückfahrt werden wir dann einen noch funktionierenden Teil der alten Bahn sehen. Kleiner Wermutstropfen: Wir fahren nicht mit der traditionsreichen Zahnradbahn auf zum Christo sondern über einen recht abenteuerlichen asphaltierten Weg hinauf.

Aber schon nach wenigen Kilometern sind wir froh, dass Udo diesen weg gewählt hat. Die Aussichten sind aufregend anders, und wir kommen auch an teils abenteuerlichen halb verfallenen Gebäuden der armen Bevölkerung und auch an Prunkvillen der Wohlhabenden vorbei. Interessant diese Gegensätze auf so engem Raum zu sehen.

Na ja, die Ersten auf dem Berg sind wir ja heute nicht. Geparkt werden muss nämlich auf der Gebirgsstraße, und freie Parkplätze gibt es erst ca 1 km vor dem Wendepunkt. Da der Kunde König ist werden wir oben raus gelassen und Udo fährt wieder ein Stück zurück und kommt alleine hochgekraxelt.

Während dessen schauen wir uns auf dem Plateau vor dem letzten Aufstieg mal um, und haben bereits einen tollen blick auf Stadt und Redentor. Danach noch schnell durch das kleine Museeum vor dem Kartenverkauf, und los geht es auf das letzte Stück.

Und das wird so kurios beginnen wie es endet. Zunächst müssen wir wieder auf einem Pfad ein wenig hinunter laufen und in einer (heute früh zum Glück kurzen) Schlange warten. Der Transport Richtung Gipfel wird von unzähligen Minibussen bewerkstelligt. In jeden passen 11 Fahrgäste und die werden dann in einem Affenzahn auf dem Serpentinensträßchen hoch gefahren. Irgendwie lustig. Oben ist aber noch nicht ganz oben. Also wir "Fußkranken" benutzen einen der drei recht neuen Aufzüge mit denen die nächsten Hohenmeter bewältigt werden.

Aber auch dann sind wir nocht nicht auf dem Gipfel. Es lauert die nächste Kuriosität. Dazu eine kleine Entstehungsgeschichte: Vor einigen Jahren war der damalige Papst Paul II zu Besuch in Brasilien, und der musste natürlich hoch gebracht werden zur Christus Statue. Da der alte Mann aber schon leicht vor sich hin siechte und schlecht zu Fuß sowie recht kurzatmig war wurden die Aufzüge installiert.

Die letzte Meter hat der heilige Vater unser (Paternoster) dann tatsächlich mit extra für seinen Besuch gebauten Rolltreppen zurückgelegt. Und diese sind immer noch in Betrieb. Quasi wie anno dunnemals Jesus über das Wasser lief sind schweben wir nun über die Felsen nach oben.

Jetzt aber auf und die letzten Meter auf den 710 Meter hohen Corcovado nehmen und den "Christo Redentor" aus der Nähe betrachten. Hier ist dann für's Erste fertig mit Geschwafel, es folgen beeindruckende Bilder. Viel Spaß damit (Klicken zum Vergrößern - Pfeil für Diashow)

Das was jetzt aber ein ganz tolles Highlight unserer langen Reise und hat sich wirklich gelohnt. Aber unser deutscher Guide hat noch einen Geheimtip auf Lager. Über ein schmales Sträßchen geht es wieder hinunter Richtung Stadt und auf halber Höhe biegen wir ab zu einem kleinen Plateau mit einem irren Blick auf Christo und die Stadt. Das Schöne daran: wir sind hier die Einzigen, kein Massenauflauf und schon gar keine drängelnde und renitende Gäste vom Schiff. Nochmal Fotos ;-)

Vorbei an zwei weiteren Favelas, die wir aus guten Gründen nicht betreten sollen geht unsere Fahrt weiter hinunter Richtung Meer.

Das sind die paar Euro mehr wert, das mit der privaten Führung. hier wären wir sonst nie hin gekommen. Und auch der vorletzte Programmpunkt unseres heutigen Ausfluges ist so ein "Insidertip" wir fahren in den pitoresken Ortsteil "Santa Teresa".

Dieses alte Stadtviertel ist teilweise sehr schön restauriert und wird noch von der uralten Straßenbahn vom Tal angefahren. Malerische Sträßchen, verfallene Häuser und verschnörkelte Geschäfte und Boutiquen prägen das Ortsbild. In den zahlreichen kleinen Lokalen und Bars treffen sich die meist jüngeren "Lokals" auf einen Kaffee oder ein Bier, dazwischen die von dem Charme angezogenen Rucksacktouristen aus aller Welt.

Udo verschwindet mit uns in einer ausgebauten Doppel- Garage in dem sich ein angesagtes Etablissement, das Café Colombo befindet. Hier ist was los. Die Einheimischen drängen sich an den winzigen Tischen und die Gastgeber kommen nicht hinterher mit dem Backen ihres sensationellen Blätterteig-Käsegebäckes.

Dazu essen viele Gäste eine seltsame braune halbflüssige Masse im Schälchen zu dem einige noch irgendwelche Flocken mischen. Conny und ich fragen uns was das wohl für ein Zeug ist. Zu kaufen trauen wir es uns nicht. Macht aber nix, Udo schleppt uns so eine Schale an und wir müssen probieren. Fruchtiges hervorragendes schmeckendes Zeug, ähnlich wie Slash Eis, gefertigt aus der brasilianischen Feijoa Frucht. Das ist eine absolute Empfehlung von uns, der Knaller. Wenn das jemand auf den europäischen Markt bring verdient er viel Geld.

Toll ist es in Santa Teresa, aber wir müssen weiter, die Artania wartet wohl nicht. Zum Abschluss geht es in das alte Hafenviertel mit seinen maroden engen Gassen und dem vielfältigen Treiben. Also alleine wären wir dort nicht durchgelaufen. Hier treiben sich zerlumpte Gestalten, Huren, Alkoholiker und Junkies auf den Straßen rum, allerlei unsinniger Kram wird in den Läden angeboten. Das alles neben fast ordentlich ausschauenden Cafés und Restaurants. Irgenwie surreal das Ganze. Wir wollen aber zu der wohl berühmtesten Treppe  der Welt, der "Escaderia de Selarón". Diese wurde von dem Künstler Jorge Selaron wohl im Drogen und Alkoholrausch mit einem irren Fliesenmosaik versehen. Ein absoluter Anziehungspunkt hier im alten Hafengelände. Bekloppt aber schön.

Und das wars dann. Leider. Wir müssen zurück aufs Schiff. Danke an Udo von rioextratour es waren zwei wirklich erlebnisreiche und tolle Tage hier in Rio den Janeiro, uns hat es extrem gut gefallen.

Schnell noch ins Artania Restaurant zum kurzen verspäteten Mittagessen und dann müssen wir auch schon wieder raus an Deck, die Ausfahrt aus der Bucht von Rio steht an, und anders als bei unserer Ankunft scheint die Sonne. Viel Spaß bei den Bildern und viel Spaß mit dem kurzen Video. Tschüss Rio, mit Träne im Knopfloch fahren wir los. Vielleicht schaffen wir es irgendwann ja noch einmal hier her.

Für Interessierte, hier noch 2 Videos, einmal Landeanflug Rio City Airport und einmal Auslaufen Rio Zeitraffer. Viel Spaß damit.

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